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Modellierung mit H2-ServPay und der Modellierungssprache HLB

Modellierung des Lösungsportfolios (Katalog von Produkten und Dienstleistungen)

Die Modellierungsumgebung ist das Herzstück von H2-ServPay. Alle anderen Funktionalitäten verwenden die modellierten Informationen (z.B. Kosten oder Konfigurationsregeln).

Da Sammy sehr neugierig auf die Modellierung mit H2-ServPay ist, zeigt ihr Tim die Grundlagen der Modellierung. Grundlage aller H2-ServPay-Funktionen bildet eine aussagekräftige Modellierung des Leistungsangebotes, die mit Hilfe der speziell für hybride Leistungsbündel entworfenen Modellierungssprache HLB ermöglicht wird. Hybride Leistungsbündel sind Kombinierte Lösungen aus Sachgütern (z.B. eine Maschine) und Dienstleistungen (z.B. Inbetriebnahme, Engineering oder auch End-of-Life Dienstleistungen). HLB ist unabhängig vom Unternehmenskontext entwickelt worden und zielt direkt auf die Modellierung industrieller Maschinen und entsprechender produktbegleitender Dienstleistungen ab.

Durch HLB werden Produkt- und Servicesicht zu einer ganzheitlichen Sicht integriert (stellen Sie sich das wie einen Leistungskatalog vor, aus dem man -bei Beachtung entsprechender Regeln- Lösungsmodule auswählen und kalkulieren kann). So ist es beispielsweise möglich, dass sowohl die für Dienstleistungsprozesse als auch für die Produktion vorzuhaltenden Ressourcen modelliert und aufeinander abgestimmt werden können. Auch die Definition von Kombinationsregeln zwischen Produkt- und Serviceelementen ist vorgesehen.

Die Konfiguration des Leistungsangebotes mit Hilfe des H2-ServPay Modellierungstools kann räumlich unabhängig erfolgen, so dass die Moeglichkeit zur verteilten Modellierung zwischen produzierenden und dienstleistenden Geschäftseinheiten gegeben ist. Zu beachten ist, dass es sich um eine Modellierungssprache zur Vermarktung von hybriden Leistungsbündeln, und nicht etwa z.B. um ein ERP-System, handelt.

Die Modellierungssprache HLB berücksichtigt sowohl die Kunden- als auch die Anbietersicht. Im Rahmen der Modellierung können für Leistungsbndel verschiedene Kennzahlen aus Kunden- und Anbietersicht gebildet werden. Durch einen Vergleich der Kennzahlen verschiedener konfigurierter Leistungsbündel kann so später ein optimales hybrides Leistungsbuendel ausgewählt werden.

Im Rahmen der Integration von Kunden- und Anbietersicht wird der Kunde als externer Faktor im Dienstleistungsprozess berücksichtigt. So können beispielsweise vom Kunden zu liefernde Informationen als Ressource fuer eine Dienstleistungs- und Sachleistungserbringung abgebildet werden (ein klassisches Merkmal von Dienstleistungen!).

Wiederverwendung zahlreicher Referenzmodelle

Da die Erstellung der Modelle mitunter aufwändig sein kann, sind im Modellierungstool zahlreiche Referenzmodelle vorhanden, die als Ausgangslösungen wiederverwendet werden können. So wurde z.B. im Projekt ServPay ein Referenzmodell zur Instandsetzung technischer Anlagen erarbeitet, dessen Arbeitsschritte als Modell hinterlegt sind. Anbieter, die auch Instandsetzungsprozesse durchführen, können diese Bausteine wieder verwenden. Andere Referenzmodelle sind z.B. der Dienstleistungskatalog aus dem ServPay Projekt (Sammlung von Absatzobjekten) oder ein Service Engineeringprozess, der unter Beteiligung des ServPay Projektes entstanden ist.

Dies hat auch für die MaschBau GmbH vor allem zwei Vorteile:
Erstens geht die Modellierung bei der Einführung des Konzepts schneller von der Hand und ist weniger Ressourcenintensiv.
Zweitens stellen die Modelle Referenzlösungen bereit, die den Modellierungsprozess inhaltlich anleiten (im Sinne von best-practices). So kann man z.B. erkennen, welche Kostentreiber zu berücksichtigen sind oder wie Instandhaltungsprozesse typischerweise ablaufen. Die Wiederverwendung von Referenzmodellen bedeutet also auch den Transfer von Wissen in Sammys kleines Unternehmen, in dem Geschäftsprozesse und Modelle bisher kaum stringent erstellt wurden.

Schritt-für-Schritt Anleitung: Modellierung

Modellierungssprache HLB
Um im H2-Toolset zu modellieren, öffnen Sie zunächst die Arbeitsdatenbank H2 und die darin liegende Projektmappe H2-ServPay. Unterhalb dieser Hierarchie sehen Sie nun die zur Verfügung stehenden Sprachen und Modelle.Öffnen Sie die Baumstruktur „Sprachen“, so sehen Sie die Sprachen „HLB“ und „Sandkasten“. Unterhalb davon sind die Modelle, die in der jeweiligen Modellierungssprache verfasst sind, angeordnet. Um einen Überblick zu bekommen, was Sie mit der Sprache HLB modellieren können, öffnen Sie die Modellierungssprache HLB mittels des Spracheditor.

Auf der linken Seite sehen Sie die Objekttypen der Sprache HLB. Um zusätzliche Informationen zu erhalten, klicken Sie auf einen Objekttyp. Rechts sehen Sie den hierarchischen Aufbau der Modellierungssprache. Es besteht die Möglichkeit die Objekttypen mit Attributtypen und –typgruppen zu spezifizieren. Wechseln Sie hierzu zur Ansicht Attributtypen. Die Vergabe von Attributen ist wichtig. Durch Sie werden Berechnungen im Kostenkalkulationstool oder im Leistungskonfigurator, sowie Beschreibungen der Objekttypen auf Typebene erst möglich. Betrachten Sie nun die letzte Ansicht „Kantentypen“. Speziell für Regeln und Assoziationsregeln ist der Kantentyp von Bedeutung. Hier haben Sie nun die Möglichkeit die Kantentypen der Regeln zu spezifizieren. Zur Verfügung stehen die Kantentypen „schliesst aus“, „bedingt“ und „nicht“.

Modell KAG_HLB_auf_Typebene
Schließen Sie den Spracheditor und öffnen zunächst das Modell KAG_HLB_auf_Typebenen. Wechseln Sie in den Kontext Hybrides Leistungsbündel auf Typebene und öffnen die Baumstruktur. Wenn Sie den Logbereich nicht benötigen, können Sie ihn über Ansicht - Log-Fenster schließen und erhalten so mehr Platz. Sie sehen nun die Struktur wie sie später im Leistungskonfigurator zu finden sein wird. Eine detailliertere Ansicht der Leistungen erhalten Sie, wenn Sie den Kontext „Leistung“ wählen.

Modellierungssprache Sandkasten
Nun können Sie in der Sprache Sandkasten Ihre eigene Sprache erstellen. Möchten Sie sich hierzu an der Modellierungssprache HLB orientieren, öffnen Sie zunächst einen neuen Arbeitsbereich und im Anschluss den Spracheditor der Modellierungssprache Sandkasten. Zur Übersichtlichkeit empfiehlt es sich den Objekttypen Symbole zuzuordnen.

Modell Sandkasten
Möchten Sie nun ihr eigenes Modell erstellen und ggf. Leistungen aus dem bereits bestehenden Modell übernehmen, so öffnen Sie das Modell Sandkasten_HLB im Modelleditor. Soll das Modell die Modellierungssprache Sandkasten nutzen, öffnen sie das entsprechende Modell Sandkasten. Um eine Leistung anzulegen, wechseln Sie im Modelleditor den Kontext zu „Leistung“. Nun können Sie per Rechtsklick eine Leistung anlegen. Alternativ können Sie auch Elemente, wie z.B. Leistungen, aus bereits existierenden Referenzmodellen übernehmen. Ziehen Sie dazu einfach das gewünschte Element per Drag & Drop in ihr Modell.

weiter zur Kostenkalkulation aus Anbietersicht

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